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Warum ich nicht kommentiere!

Text zum Thema KeinVerlag
von Feuervogel.

Warum ich nicht kommentiere!

In den letzten Wochen denke ich immer wieder darüber nach, was es mir so schwer macht Texte lange und ausführlich zu kommentieren, egal in welche Richtung.
In den letzten Tagen kam ich wohl der Antwort in mir immer näher.
Es klingt banal, mir fehlt die Kraft.
Zur Zeit kann ich so klar zwischen zwei Orten in mir differenzieren. Dem Ort der Ruhe, der Wärme und der Liebe in mir. Dort spüre ich Sicherheit, Geborgenheit. An dem anderen Ort herrscht kein Vergessen, es ist dunkel und die Monster die dort wandeln, ziehen an meinen Knochen.
Es gelingt mir, Gott sei dank, mich mehr und mehr an den hellen Ort zu halten. Hat mich der andere kurzzeitig verschluckt, ist es mir möglich mit meinem Verstand mich wieder in den helleren Raum in meinem Inneren zu manövrieren. Dies ist eine Gradwanderung, die mir manchmal mehr oder weniger leichter oder schwerer fällt.
Ich verlasse nicht wie andere Menschen das Haus. Der Gang in die Stadt ist an manchen Tagen mit viel Angst verbunden. Oft dissoziiere ich, wie das bei traumatisierten Menschen der Fall ist. Meine Wahrnehmung verstellt mir die Wirklichkeit, und einTriggerpoint fährt auf den langbefahrenen Autobahnen in meinem Kopf die immer gleichen Strecken der Bedrohung ab. Ich gehe trotzdem, weiß ich doch heute besser als noch vor Jahren, was eigentlich mit mir los ist. Längst habe ich ja auch Überlebensstrategien entwickelt. Doch all das kostet Kraft. Ich will das manchmal nicht wahrhaben, möchte ich doch so sein können wie andere, einfach lockerer, einfach befreiter. Dies ist nur ein kleines Beispiel. Meinen Humor habe ich ja auch nicht verloren, oder die Freude zu leben. Aber die ständige Anspannung kostet Kraft. Meine Muskeln schmerzen ständig, damit lebe ich seit meiner Kindheit. Trotzdem tanze ich und arbeite mit Kindern und behinderten Menschen tänzerisch. Dort vergesse ich mich, auch wenn der Gang dorthin mir auch nicht immer leicht ist. Mein Leben ist anstrengend. Das sage ich ganz emotionslos, doch das ist eben meine Wahrheit.
So ist in all der Anstrengung jeder Ort an dem ich zur Ruhe kommen kann, ein guter Ort. Leider muss ich mit meinen Kräften haushalten, lebte ich viel zu lange auf der Überholspur, immer auf der Suche und letztlich in der Hoffnung alle Angst auszulöschen und endlich zu vergessen. Heute weiß ich, das geht nicht! Es wird nie gehen, etwas wird mir bleiben bis ich sterbe.
So war mir mein Schreiben immer ein Ventil, so etwas wie eine Gnadengabe, ein Geschenk zum Wärmen in kalten Tagen. Ich erfreue mich daran, erfreue mich an meiner Kunst. Das kann ich heute ohne Pathos sagen. Jedoch erfreue ich mich auch an anderen und deren Worte, die manchmal mehr meine Seele tief berühren, manchmal weniger, sicherlich auch manchesmal in Empörung oder Schmerz versetzen.
Es ist für mich eine wunderbare Sache hier auf keinverlag sein zu können, ich werte das als eine großartige Möglichkeit. Ich möchte dem oder auch der danken, die diese Plattform ins Leben brachten. Ihr habt dadurch in meinem Leben vieles ins Rollen gebracht, letztlich auch die Veröffentlichung zweier Bücher, andere werden folgen. Doch auch damit habe ich noch meine Not, wage ich es noch nicht öffentlich zu lesen. Nun, das Sitzen am PC ist eben auch anstrengend. Auch das mache ich nicht mit links und wenn ich mich manchmal vergesse, lese und schreibe, vergesse ich wie wichtig doch die Ruhe ist, wie nötig ich es habe in der Stille zu sein. Ich brauche mehr Zeit einfach nur zum Atmen, sonst schaffe ich den Tag nur mit Schmerzen, oder die Gefahren des Burn-outs drohen.
Jedoch ich wandle hier vielleicht anders, als andere. Ich empfehle was mir gefällt und favorisiere, aber ich kommentiere selten, wenn dann kurz. Zu manchem hätte ich wahrlich viel zu sagen, manches ärgert mich, manches schmerzt mich, manches finde ich schlichtweg blöd, aber ich kann die Kraft in mir nicht finden, dies auszudrücken. Ich möchte da doch eher nur bei mir bleiben. Das muss ich auch, merke ich, denn ich verliere Kraft. Ich bin müde geworden. Das macht mich traurig. Aber was die eigene Wahrheit ist, derer kann niemand sich entziehen. Mir bedeutet es viel hier zu sein, mehr als mancher ahnt. Jedoch ich muss kürzer treten. Ich muss mich noch mehr besinnen.
Meine Bewunderung gilt denen, egal ob ich mit ihnen konform gehe oder nicht, die die Zeit aufbringen sich mit vielen hier eingestellten Texten  stillistisch und auch inhaltlich auseinanderzusetzen. Ich lerne selber aus manchem, was gar nicht mir
gilt. Manchmal habe ich es ja  gewagt mich auch einmal zu äußern, das geschah dann meist sehr emotional und ehrlich gesagt, gut ging es mir damit nicht. Ich habe hier in mancher Auseinandersetzung meine Monster rumohrend in mir gehabt und wusste, ich habe mich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Leider ist das geschriebene Wort manchmal auch missverständlich, sieht man doch weder Mimik oder auch Gestik seines Gegenübers, oder weiß gar was er gerade erlebt in seinem persönlichen Umfeld. Schrieb nicht letztens mal jemand unter einen Kommentar, er hätte eben auch eine Geschichte. Genau, das ist es, dachte ich mir. Die haben wir hier alle. Ein Geschichte, unsere Geschichte. Deshalb halte ich mich zurück, eben wegen meiner eigenen Geschichte, aber auch wegen der Geschichte meines Gegenübers.
Ich habe auch schon geweint wegen mancher Dinge deren Zeuge ich wurde, da kam mir wieder mein "mich nicht so gut abgrenzen können" in die Quere.
So komme ich immer mehr zu dem Schluss mich zurückzuhalten tut mir in meinem Fall wohler. Ich werde weiter empfehlen und favorisieren, manchmal auch etwas schreiben, aber ich werde meine Kräfte bündeln für das, was eben Priorität in meinem Leben hat. Die muss ich nunmal anders setzen, als andere Menschen.
Ich danke denen die hilfreich in ihrer Kritik anderen zur Seite stehen, die dazu beitragen, dass wir uns weiterentwickeln. Doch wir sind einander alle Lehrer und auch Schüler. Dies sollten wir nie vergessen! So danke ich auch denen, die schweigen, die schreiben, sich nicht beirren lassen, auch wenn sie manches nicht verstehen und
verletzend empfinden.
Ich danke Gott, dass ich heute so gut differenzieren kann und ich verstehe jeden Moment besser wer ich bin.
....so schreibe und lese ich weiter, mit dem Versuch kürzer zu treten....

Michaela Möller

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Veröffentlicht am 07.10.2009. Dieser Text wurde bereits 339 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.09.2010.

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