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Xynthia
Sonett zum Thema Aktuelles
von Isaban.
Xynthia
Verdunklung saugt den Himmel leer,
um dann den Boden zu erreichen
und die Konturen aufzuweichen.
Der Wind prescht pfeifend hin und her,
die alten Stämme ächzen schwer;
der Sturm wirft Nester aus den Eichen,
versucht, was blühte plattzustreichen,
schlägt Teiche schaumig wie das Meer.
Das Tief kennt weder Ziel noch Maß,
reißt Bäume aus, zerschmettert Glas,
hat manche Schindel abgehoben -
sein Toben scheint ein Riesenspaß
von ganz, ganz oben. Uns macht es klein,
lehrt matte Wetter hoch zu loben.
Kommentare und Diskussionen zu diesem Text
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Kommentar von Didi.Costaire: Loben, liebe Sabine, muss man in diesem Gedicht die innovative Verschiebung der Reime im Schlussterzett, einhergehend mit dem gebrochenen 13. Vers, in dem die Macht der Natur uns klein macht. Ganz groß!
Liebe Grüße, Dirk (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Isaban: Vielen Dank, lieber Dirk, freut mich, dass dir das Kadenzverbrechen gefällt. :-D
Nee, im Ernst, schön, dass du in den Stilmitteln geschnüffelt hast, freut mich, wenn sie wirken, wie sie sollten. Merci!
Liebe Grüße,
Sabine (geschrieben am 02.03.2010)
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Kommentar von asche.und.zimt: Hallo Sabine,
Das gefällt mir sehr gut. Allein elften Vers mag ich nicht; er scheint mir nicht so ausdrucksstark zu sein, wie die übrigen Verse. Die Formulierung, Xynthia "macht die Gegend nass" empfinde ich als zu umgangssprachlich und in meinen Augen vermag sie es nicht, einem Sturm gerecht werden kann; ihr fehlt der Nachdruck.
Der "Riesenspaß" steht im Widerspruch zu dem Gefühl, das ich beim Lesen des Vorangegangen hatte, was ich persönlich - mittlerweile in einer Art Endzeitstimmung - etwas schade fand, aber nichtsdestotrotz ist dir auch diese Stelle gelungen. Gut finde ich auch das Innehalten in der Mitte des vorletzten Verses, das für mich das Ende des Sturmes symbolisiert; anschließend bekommst du ja auch den Bogen zu den stillen Zeiten, womit das Gedicht abgerundet wäre.
Ja, insgesamt: klasse!
Alles Liebe
Weltenwandler (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Isaban: Hallo Weltenwandler,
tja, wenn das "Nassmachen", das von mir als Anspielung/Vorbereitung auf das Kindische, auf den "Riesenspaß" angedacht war, allen so negativ aufstößt, muss ich mir die Stelle wohl noch einmal vorknöpfen.
Den Riesenspaß selbst allerdings nicht, denn hier soll ja der Spaß nicht beim Leser liegen, sondern ausgedrückt werden, dass jemand dort ganz, ganz oben sich einen dicken Jux erlaubt - und ich glaube, dass ist auch ganz gut herauszulesen.
Ich danke dir herzlich für dein Lob und die konstruktive Kritk.
Liebe Grüße,
Sabine (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Isaban: Ups, Doppelpost.
(Antwort korrigiert am 02.03.2010) (geschrieben am 02.03.2010)
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Kommentar von Jorge: Im Verhältnis zur Xynthia und anderen Wetterschwertern sind wir tatsächlich klein und warten auf ruhigere und menschenfreundlichere Zeiten. Ein sehr gelungenes Sonett. LG Jorge (geschrieben am 02.03.2010)
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Kommentar von McDragion: Ich finde das Gedicht Weltenwanderer sehr gut formuliert. (geschrieben am 02.03.2010)
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Kommentar von Bergmann: 4-hebige Jamben - passen gut, noch besser aber Trochäen.
Absichtliche Stockung im Metrum - vorletzter (und auch letzter) Vers?
Nicht adäquate Wörter/Bilder:
Verdunklung fegt leer,
Restwelt (?),
einher (???),
Ziel noch Maß (umgekehrt),
Glas - nass (absichtlich unrein?).
Ist der Sturm Bauprinzip deines gerupften Sonetts?
Ein Gelegenheitsgedicht.
(Irgendjemand muss ja die Nachfolge Zackenbarschs antreten...)
;-) LG, Uli (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Isaban: Ach Uli, nichts trainiert meine Bauchmuskeln besser, als eine gelegentliche Portion deines lesbaren Charmes. :-D
Ich hab mich noch mal drangesetzt und nachgefeilt.
Alte Fassung:
Verdunklung fegt den Himmel leer,
um dann die Restwelt zu erreichen
und die Konturen aufzuweichen.
Wild pfeifend prescht der Wind einher,
die alten Bäume ächzen schwer;
der Sturm wirft Nester aus den Eichen,
versucht, was blühte plattzustreichen,
schlägt Teiche schaumig wie das Meer.
Das Tief kennt weder Ziel noch Maß,
räumt auf und ab, zerschmettert Glas,
verwüstet, macht die Gegend nass -
sein Toben scheint ein Riesenspaß
von ganz, ganz oben. Uns macht es klein,
bis wir die stillen Zeiten loben.
Neue Fassung:
Verdunklung saugt den Himmel leer,
um dann den Boden zu erreichen
und die Konturen aufzuweichen.
Der Wind prescht pfeifend hin und her,
die alten Stämme ächzen schwer;
der Sturm wirft Nester aus den Eichen,
versucht, was blühte plattzustreichen,
schlägt Teiche schaumig wie das Meer.
Das Tief kennt weder Ziel noch Maß,
reißt Bäume aus, zerschmettert Glas,
hat manche Schindel abgehoben -
sein Toben scheint ein Riesenspaß
von ganz, ganz oben. Uns macht es klein,
lehrt matte Wetter hoch zu loben.
Liebe Grüße,
Sabine (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Bergmann: Das ist auch nicht entscheidend besser. Aber schreib lieber ein ganz neues Sturmgedicht. Sturm und Drang liegt dir ja. Vielleicht fehlte dir nur die sinnliche Dimension...
LG, Uli (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Isaban: Och, diesmal ausnahmsweise mal keine Sehnsuchtsinterpretation? ;-) (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Bergmann: Willst du das letzte Wort mit einer Frage? (geschrieben am 03.03.2010)
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Antwort von Isaban: Nö. :P (geschrieben am 03.03.2010)
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Kommentar von Caty (Gast; Alter: 71 Jahre): Liebe Isaban, wieder eines deiner sehr gelungenen Sonette, es braust durch die Zeilen. Aber der Vers "verwüstet, macht die Gegend nass" scheint mir doch etwas zu abgeflacht im Gegensatz zu den anderen, da schließ ich mich Weltenwanderer an. Aber nichtsdestotrotz, auch Xynthia hat ein Gedicht verdient. Liebe Grüße, Caty (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Isaban: Hallo Caty, schön, dich mal wieder zu lesen!
Vielen Dank für deine freundlichen Worte, das Lob und natürlich auch für das Anmerken der weniger gelungenen Stelle, ich hab mich noch einmal daran gemacht, dort etwas nachzufeilen.
Liebe Grüße,
Sabine (geschrieben am 02.03.2010)
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Kommentar von Klopfstock (Gast; Alter: 60 Jahre): Ich persönlich finde nichts dabei, wenn man auch Umgangssprachliches ins Gedicht mischt, doch auch mir ist dieses "macht die Gegend nass" zu schwach. Was ist schon ein "nass Machen" im Bezug auf einen Sturm. Da fände ich sowas wie: "Verpasst der Welt ein Aderlass" etwas passender, denn die Welt muss sich danach erholen, sprich wieder "Blut" (auch wenn es meistens nur grünes ist ;-) auftanken um sich zu beleben, um aufzuleben etc.
Die Stelle mit dem Riesenspaß hingegen passt, denn man hat in der Tat das Gefühl das Ganze macht jemandem
Spaß, dort oben...Mit herzlichen Grüßen, Irene :-))))) (geschrieben am 02.03.2010)
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Antwort von Isaban: Ist ja schon gut, liebe Irene, ihr habt mich ja überzeugt, Xynthia darf jetzt keinen mehr nassmachen. ;-)
Hab vielen Dank für deine freundliche und konstruktive Rückmeldung und natürlich ebenfalls dafür, dass du deinen Finger noch mal auf die wunde Stelle gelegt hast, auch wenn ich mich nicht recht zu einem Aderlass entschließen konnte. Ich glaube, dem Text hat eure Kritik an diesem Vers gut getan.
Liebe Grüße,
Sabine (geschrieben am 02.03.2010)
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Veröffentlicht am 02.03.2010, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 02.03.2010). Dieser Text wurde bereits 1070 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.06.2013.
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