Hallo Gast!

Navigation mit Tastenkürzeln: T führt zum eigentlichen Inhalt dieser Seite; M führt zum Hauptmenü; S führt zur Seitenleiste.

Auf dieser Seite gibt es ein Kontextmenü; Du kannst es mit dem Tastenkürzel K erreichen.

Winni Wirimi und Nolger Nurt

Fabel zum Thema Entscheidung
von DasDunklePoet.

Winni Wirimi und Nolger Nurt

„Es lebte einmal ein kleines Wirimi in seinem Bau. Es lebte dort alleine, denn die Familie hatte es verloren. Eine böses Rudel Nurts hatte sie gerissen. Nur dieses eine kleine Wirimi hatte überlebt : Winni Wirimi. Sie war mutig und schnell. Mutiger und schneller als ihre Eltern, mutiger und schneller als ihre Geschwister. Doch so alleine war sie gar nicht mehr mutig, sie war sehr traurig. Traurig und einsam. Doch was sollte Winni tun?
Am anderen Ende des Waldes lebte Nolger. Nolger war ein Nurt. Er war noch sehr klein, denn er war jung. Zu jung zum Jagen, zu jung zum Reißen. Doch auch wenn er älter gewesen wäre, er hätte es nie gewollt. Er wollte keine Tiere töten. Keine Kaninchen, keine Rehe und auch keine Wirimis.
Winni hatte so furchtbaren Hunger. Doch so alleine war sie auch nicht mehr so schnell. Sie war wie gelähmt vor Angst, einem Nurt in die Fänge zu laufen. Aber essen musste Winni etwas. Sie verließ den Bau.
'Wir bringen dir das Jagen bei', sprachen Nolgers Eltern. Sie fanden, dass ihr Sohn nun alt genug zum Jagen sei. Entsetzt starrte Nolger seine Eltern an. Und dann rannte er fort. Denn Nolger wollte nicht jagen.
Winni stand auf einer Wiese. Das Gras wuchs so hoch und so schön. Es war grün und duftete sehr lecker. Sie wollte hinein beißen. Doch halt!
Nolger näherte sich einer Wiese. Das Gras wuchs hoch und war gerade. Ob er es kosten sollte? Schon lange ernährte er sich heimlich von Gras. Und dieses sah so lecker aus. Er wollte ins Erdreich beißen, doch er witterte etwas und stand still.
Winni konnte einen Umriss erkennen. Er kam ihr bekannt vor.
Nolger roch etwas kleines. Er kannte den Geruch. Aber woher?
Winni näherte sich dem Umriss.
Nolger näherte sich dem Duft.
Winni blieb stehen.
Nolger blieb stehen.
'Ein Nurt!', quiekte Winni.
'Ein Wirimi!', kreischte Nolger und rannte davon.
Winni blieb nichts anderes übrig als dazusitzen und sich zu wundern. War gerade - jetzt gerade eben - ein Nurt vor ihr davon gerannt? Es schien so. Sie näherte sich einer Pfütze und blickte hinein. War sie denn so unheimlich? 'Deshalb haben mich die Nurts verschont', dachte sie. 'Ich war nicht schnell und mutig, ich war unheimlich und stark. Ich war unheimlich stark!' So fand Winni ihren Mut wieder.
Nolger hielt inne. War er gerade vor einem Wirimi davon gerannt? Vor einem Wesen kaum größer als ein Eichhörnchen? Unmöglich.
Winni aß vom Gras und hopste über die Wiese. Sie fühlte sich mutig und schnell und stark. Unheimlich stark!
Auf einmal wurde Nolger der Grund seines Verhaltens klar. Er hatte Angst davor, das kleine Tierchen fressen zu wollen. Seine Eltern taten das schließlich auch. Was, wenn es in ihm steckte?
Winni rannte einfach drauflos. Soweit wie ihre Beine sie trugen. Sie rannte und rannte. Doch plötzlich stand vor ihr ein Hindernis. Sie konnte nicht mehr halten.
Nolger verspürte einen leichten Schmerz am Bein. 'Was war das denn?' Als er sich umsah, entdeckte er Winni.
Beide sahen sich lange an. 'Wer bist du?', traute sich die unheimlich starke Winni zu fragen. Doch Nolger konnte seinen Augen und Ohren kaum trauen. Der Schock ließ nach. Nolger antwortete und so kamen die beiden Erbfeinde ins Gespräch. Nolger hatte keine Angst vor Winni, denn sie war klein. Und Winni fürchtete sich nicht vor Nolger, denn sie war unheimlich stark. Nolger erzählte von seiner Absicht, keine Tiere zu töten. Und Winni erzählte von dem Tod ihrer Familie durch andere Nurts und prahlte mit ihrer Stärke. Für beide war das Gespräch gleichermaßen verwunderlich und absurd. So fingen sie an zu lachen. Sie lachten bis in die Nacht hinein. Sie lachten, bis ihre Lider immer schwerer wurden und sie beide in einen tiefen Schlaf fielen. Als sie die Augen wieder öffneten, waren sie Freunde. Das ziemlich ungleiche Paar machte sich auf den Weg. Sie wollten ein Land finden, in dem ihre Freundschaft gestattet war. Ein Freundschaft zwischen Jäger und Gejagtem. Sie zogen los und wussten beide : Es gibt kein zurück mehr. Winni konnte nicht zurück, denn sie hatte niemanden sonst außer Nolger. Und Nolger wollte nicht zurück, denn seine Eltern erwarteten Unmögliches von ihm, das Jagen. So zogen sie umher. Tage, Wochen, Monate. Ihre Füße taten ihnen weh. So machten sie Rast. 'Ich glaube, dieses Land gibt es gar nicht', wagte Winni zu sagen. Nolger glaubte dem. So beschlossen sie, hier zu bleiben und trotzdem Freunde zu sein. Warum auch nicht?
Es wurde dunkel. Man sah die Sonne nur noch ein kleines bisschen. Nolger und Winni sahen sich an und mussten lächeln. So glücklich waren beide noch nie. Sie sahen sich ganz tief in die Augen. Was war denn das?
In Winni machte sich ein Gefühl breit. Was wollte es ihr sagen? Es saß in ihrem Magen und wurde immer stärker. War sie verliebt?
Auch Nolger verspürte ein seltsames Gefühl. Es durchströmte seinen Körper. Was war mit ihm? War er verliebt?
Ihre Blicke verschlangen sich. Beide sahen einander an als wären sie dabei erstarrt. Winni wollte es Nolger sagen. 'Ich Liebe dich', wollte sie sagen. Doch Nolger schnappte zu. Und Winni war weg.
Erst jetzt begriff Nolger sein fremdartiges Gefühl. Es war Hunger. Es war Gier. Das Raubtier in ihm ist erwacht. So machte Nolger sich auf den Weg nach Hause um seinen Eltern stolz gegenüberzutreten.
Und wenn Winni nicht gestorben wäre, dann hätte sie vielleicht die Angst bemerkt. Sie liebte ihn nicht, sie fürchtete ihn. Doch Winni glaubte an ihre unheimliche Stärke und nahm es nicht war."

zum Zwecke des Urheberschutzes registriert bei der VG Wort

Kontextmenü zu diesem Text

Statistik

Veröffentlicht am 29.05.2012. Dieser Text wurde bereits 258 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 15.06.2013.

Kommentieren, Bewerten, Empfehlen...

Text kommentieren

Informationen

Mehr über DasDunklePoet
Mehr von DasDunklePoet
Mail an DasDunklePoet

Blättern:

voriger Text
nächster Text
zufällig...

Weitere 1 neue Fabeln von DasDunklePoet:

Die Geschichte von der kleinen Maus und der kleinen Ratte

Was schreiben andere zum Thema "Entscheidung"?

Das einmalige Rendezvous - Teil XX. (pentz) Kreativität (Nachtpoet) entschieden (worden) (marion_manou) Hin und herrichten. (franky) Aufbruch. (franky) Entscheidungen (KeinB) Loyalität (Sardinenfischer) kein schöner leben (Sternenpferd) Das Ende unserer Geschichte, Tristan. (Seelentänzerin) Entscheidung (ichbinelvis1951) und 173 weitere Texte.

Hinweis zum Urheberrecht

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu.

Seitenleiste

Hallo Gast!

Login-Formular


Noch nicht registriert? jetzt kostenlos anmelden!

Neu bei uns sind folgende Autoren und Leser:

Autor Gedankenwelt (seit 18.06.), Leser Schattentaenzerin (seit 17.06.), Autor korahelena (seit 16.06.), Leser Everchanging (seit 15.06.), Leser jean (seit 14.06.), Autor TanteHedwig (seit 14.06.), Leser 51773 (seit 14.06.), Autor SimoneM (seit 13.06.), Autor Vaniglia (seit 13.06.), Autor Akstein (seit 13.06.), Autor egoself (seit 10.06.), Autor namenlos (seit 10.06.)...

Wen suchst Du?

Zur Zeit online:

autoralexanderschwarz, Sockenpuppe und 1498 Gäste

Keinverlag.de ist die Heimat von 1403 Autoren und 237 Lesern. Heute wurden bereits 6 neue Texte veröffentlicht. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

Der neueste Beitrag im Forum:

Caterina von Bergmann (19.06.2013, 01:05 im Forum Vermisstenanzeigen)
alle neuen Themen

Lest doch mal einen Zufallstext!

Hauptmenü

  1. Startseite
  2. SiteMap
  3. Neues:
  4. Texte
  5. Themen
  6. Kolumnen
  7. Team-Kolumnen
  8. Autoren
  9. Termine
  10. Mein Menü (nur für angemeldete User)
  11. Anmeldung (für neue Benutzer)
  12. Community
  13. Foren
  14. Informationen
Copyrighthinweise

© 2003-2013 keinverlag.de | Impressum | Nutzungsbedingungen | Made by Language & Web